Pieter Theunissen - Partner beim ersten Eigenbetrieb im Ausland

In Bergharen, einem kleinen Ort im Zentrum der Niederlande, errichtete EnviTec im Jahr 2008 die erste Biogasanlage für den Eigenbetrieb außerhalb Deutschlands. Partner bei der Projektierung und Finanzierung ist die Theunissen Holding des ortsansässigen Landwirts Pieter Theunissen. Beide Seiten haben mit dem Projekt Neuland betreten, und für beide lohnt sich das Geschäftsmodell: Theunissen liefert die Einsatzstoffe, EnviTec den technischen und biologischen Service. Zusammen profitieren sie von regelmäßigen Umsätzen und attraktiven Margen.

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Das Technikgebäude und der Fermenter mit 3.400 m³ Volumen in Bergharen.

Die Biogasanlage auf dem Hof Theunissen

Die Anlage in Bergharen erreicht Leistungen von 625 kWel und 675 kWth, die Gesamtinvestition beträgt rund 2 Mio. Euro. 4,9 Millionen Kilowatt Strom werden hier seit Dezember 2008 pro Jahr erzeugt und in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Abwärme nutzt Theunissen zum Teil für die Heizung und Warmwasserversorgung seines Wohnhauses. Als Inputmaterial liefert der Familienbetrieb Rindergülle, Maisund Ganzpflanzensilage, Hühnertrockenkot und Restprodukte aus der Milchindustrie werden zugefüttert.

Die Biogasanlage im niederländischen Bergharen bedeutet für EnviTec einen wichtigen Schritt in der Firmengeschichte, denn es ist die erste Anlage, die das Unternehmen als Anlagenbetreiber im Ausland errichtet hat. Den Eigenbetrieb als zweites lukratives Geschäftsfeld auszubauen, ist erklärtes Unternehmensziel, und die Niederlande bieten sich für dieses Engagement besonders an: Es gibt dort noch keine erfahrenen Anlagenbauer, dementsprechend fehlt auch das Know-how, um eine Anlage erfolgreich zu betreiben. So leiden viele Anlagen in den Niederlanden aufgrund mangelnder technischer und biologischer Fachkenntnisse unter einer zu geringen Auslastung, was die gesamte Finanzierung gefährden kann.

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Zum Hof gehören 185 Rinder, 130 Stück Jungvieh, 5 Stiere und 300 Hühner

Landwirt Pieter Theunissen hat bei den Verhandlungen mit der Bank die Erfahrung gemacht, dass ein erfahrener Partner aus Deutschland die Position erheblich verbessert. Auch aus energiepolitischen Gründen sind der Bau und der Betrieb einer Biogasanlage in den Niederlanden gerade jetzt besonders attraktiv. Nachdem sich in früheren Jahren die Höhe der staatlichen Anreize erstens häufig änderten und zweitens deutlich geringer ausfielen als in anderen EU-Ländern, wurde 2009 die Einspeisevergütung auf 15,2 Cent pro Kilowattstunde und die garantierte Förderdauer auf zwölf Jahre angehoben – gute Voraussetzungen für Investitionen, die sich in absehbarer Zeit amortisieren. Für die Wärmenutzung erhalten Betreiber zusätzlich noch eine Vergütung von 2,7 Cent. Gute Aussichten bietet außerdem die Aufbereitung von Biogas zu Erdgasqualität, die derzeit gesetzlich neu geregelt wird und deutlich attraktiver werden soll.

Landwirt Pieter Theunissen ist optimistisch. Er geht davon aus, dass die Zahl der wirtschaftlich betriebenen Anlagen in den Niederlanden innerhalb der nächsten Jahre deutlich steigen wird. „Schließlich liefern unsere Landwirtschaft und unsere Lebensmittelindustrie jede Menge Inputmaterial. Und die Biogastechnologie bietet ein spannendes Beschäftigungsfeld mit viel Potenzial.“ Wie groß das Interesse an
der Biogastechnologie dank der gestiegenen Subventionen und der Erfolge im benachbarten Belgien und Deutschland inzwischen ist, zeigte ein Tag der offenen Tür auf dem Hof von Theunissen, der über 1.000 Besucher anlockte. Neben Landwirten aus der Umgebung waren auch viele Betreiber und Interessenten aus dem weiteren Umkreis gekommen, um sich rechtzeitig zu informieren, bevor der Biogasmarkt in den Niederlanden richtig Fahrt aufnimmt.

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