Energie für 50.000 Haushalte
Der BioEnergiepark Güstrow ist die weltgrößte Aufbereitungsanlage zu
Erdgasqualität
In seiner Dimension und Leistungsfähigkeit ist der BioEnergiepark bei Güstrow weltweit einmalig. Auf einer Fläche von 20 Hektar, das sind etwa 27 Fußballfelder, wird hier Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Getreide und Grasschnitt in industriellem Maßstab erzeugt. Eine Kombination von besonders effizienter Anlagentechnik, hoher Gesamtauslastung durch die industrielle Betriebsführung und die dezentrale Anwendung des in das Erdgasnetz eingespeisten Biogases macht es möglich, den Gesamtwirkungsgrad herkömmlicher kleiner Biogasanlagen in den Schatten zu stellen.
Künftig werden in diesem Park 10.000 m³ Rohbiogas pro Stunde erzeugt, zu Erdgasqualität aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist. Das entspricht einer installierten elektrischen Anschlussleistung von rund 22 MWel pro Stunde. Die Gesamtanlage besteht aus fünf Modulen, die jeweils 2000 m³ Biogas pro Stunde produzieren, was einer Leistung von umgerechnet je 4,4 MWel entspricht.
„Mit dieser Größenordnung leistet der NAWARO BioEnergie Park Güstrow einen substantiellen und vor allem dauerhaften Beitrag für eine Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen“, sagt Felix Hess, Geschäftsführer der NAWARO Engineering GmbH und Vorstand der NAWARO BioEnergie AG. Seine Firma hat die Anlage bei EnviTec Biogas in Auftrag gegeben und wird sie dauerhaft betreiben.
Die Biomasse, die für die Inbetriebnahme der Anlage erforderlich ist, bezieht das Unternehmen von ihnen, insgesamt 450.000 Tonnen pro Jahr. „Die Zulieferung der Energiepflanzen haben wir mit den Landwirten in langfristigen Lieferverträgen vereinbart“, erläutert Pratsch das Konzept. Im Gegenzug erhalten die Landwirte den so genannten Presskuchen, der als Humusdünger Verwendung findet, sowie Flüssigdünger. Beide Produkte entstehen aus Gärresten, die bei der Biogasproduktion anfallen.
Den verantwortlichen Projektleiter der EnviTec Biogas, Joachim Karschuck, erfüllt seine Tätigkeit mit Stolz: „Das Gas ist überall in Deutschland nutzbar, nicht nur vor Ort. Das ist doch toll.“ Nicht zuletzt mit Blick auf seine beiden Söhne und sein ökologisches Gewissen findet er es großartig, diese Technologie zu entwickeln und zum Einsatz zu bringen. „Das ist sozusagen mein Beitrag für die Zukunft.“ Und Olaf von Lehmden, Vorstandsvorsitzender der EnviTec Biogas, sagt: „Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, dass Biogas zur Gasversorgung in Deutschland beitragen und die Abhängigkeit von Importen reduzieren kann."