» Schon in der Anlaufphase kam die Anlage auf hervorragende 95 Prozent Auslastung, ein gutes Zeichen für die Zukunft «
Imerio Galetti
Als der Landwirt Imerio Galetti mit seinem Sohn Alberto vor ein paar Jahren seinen Hof mit Rinderhaltung und 200 Hektar Ackerland in Volta Mantovana erwarb, dachte er noch nicht an eine Biogasanlage. Doch schon bald überzeugten ihn die ökonomischen und ökologischen Vorteile.
Im Juli 2009 – zeitgleich mit der Veröffentlichung des Gesetzes n. 99, das unter anderem den derzeit höchsten Einspeisetarif für Strom aus Biomasse in Europa festschreibt – wurde die 999 kWel-Anlage als erste Biogasanlage von EnviTec in Italien in Betrieb genommen. Sie wird rund 8 Mio. kWh pro Jahr ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Die Abwärme heizt das Wohnhaus und spart Heizkosten.
Die Anlage der Betreibergesellschaft Volta Energia Società Agricola s.r.l. verfügt über zwei Fermenter mit einem Nettovolumen von insgesamt 5.120 Kubikmetern. Als Inputstoffe dienen Rindergülle und Mist sowie Mais- und Ganzpflanzensilage. Besonderheiten der Anlage sind die Fermenterseparation sowie die Redundanz der Annahme- und Anmischtechnik. Das Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Anschlussleistung von 999 kWel und 645 kW thermischer Leistung ist in einem eigenen Raum im technischen Gebäude untergebracht, gut geschützt gegen atmosphärische Einflüsse, schallisoliert und wartungsfreundlich.
Der geschichtsträchtige kleine Ort Volta Mantovana in der lombardischen Provinz Mantua liegt 15 km südlich vom Gardasee. Hier befindet sich – mit ca. 250 Rindern und inzwischen 300 Hektar Ackerland – die Azienda Agricola Galetti. Mit der Gülle und den Energiepflanzen aus eigener Landwirtschaft füttert Imerio Galetti die Biogasanlage, die ihm als Anteilseigner mitgehört. Dazu hat er seine Ackerflächen an die Investoren langfristig vermietet und betreibt die Anlage in deren Auftrag gegen Entgelt. Damit hat Galetti den Schritt vom Land- zum Energiewirt konsequent vollzogen. In Italien zählt er zu den Trendsettern, denn die „Green Economy“ ist in der Bevölkerung sowie auch in der Politik auf dem Vormarsch. Bisher sind jedoch weniger als 200 Biogasanlagen in der Landwirtschaft erfasst. Die Regierung will bis 2020 den Anteil aller erneuerbarer Energiequellen am nationalen Stromverbrauch von 17 auf 25 Prozent steigern. Aus diesem Grund schafft sie mit Förderungen, wie z. B. 28 Cent pro Kilowattstunde für Biogasanlagen bis 1 Megawatt und steuerlichen Vergünstigungen über 15 Jahre, Anreize, um das hochgesteckte nationale Ziel zu erreichen. Und Volta Energia sowie die Azienda Agricola Galetti profitieren davon.
Die Betreibergesellschaft Volta Energia Società Agricola s.r.l. setzte auf eine innovative Anlage von EnviTec Biogas mit einigen leistungssteigernden Extras. So sorgt die Fermenterseparation dafür, dass ein Teil der Trockenmasse aus dem Fermenter von der Flüssigkeitsphase getrennt und dem Prozess später wieder zugeführt wird. Diese hochmoderne Prozessführung gewährleistet einen konstanten Gehalt an Trockensubstanz und damit einen energetisch optimalen Betrieb der Rührwerke. Ein weiteres Merkmal der Anlage liegt in der hundertprozentigen Redundanz der Annahme- und Anmischtechnik, die die Verfügbarkeit der Anlage erhöht und überdies ihre Effizienz nochmals verbessert.
Auf rund vier Millionen Euro belief sich die Gesamtinvestition der Anlage, die sich dank der Förderung von 28 Cent pro Kilowattstunde und der vorteilhaften Kostenstruktur in wenigen Jahren amortisiert haben wird. „Wir haben nun endlich klare politische Rahmenbedingungen für unsere Biogasanlage. Sie ist eine lohnende und zukunftssichere Investition und auch ein Beitrag zur Schonung unserer Umwelt“, erklärt Imerio Galetti. „Schon in der Anlaufphase kam die Anlage auf hervorragende 95 Prozent, ein gutes Zeichen für die Zukunft“, fügt sein Sohn hinzu.
Die Fermenterseparation gewährleistet einen konstanten Gehalt an Trockensubstanz. DieBiogasanlage in Casaletto Ceredano Eine weitere Musteranlage In Casaletto Ceredano, in der Lombardei zwischen Lodi und Crema gelegen und etwa 60 km von Volta Mantovana entfernt, befindet sich eine weitere Biogasanlage von EnviTec in Italien. Das Inputmaterial der 249 kWel Anlage liefern die etwa 25.000 Schweine des Landwirts – rund 45.000 Kubikmeter Gülle im Jahr – die mit geringen Mengen von Maismehl und Futterresten stabilisiert und energetisch optimiert wird. So kann der Landwirt seine organischen Abfälle ökologisch sinnvoll und ökonomisch rentabel in der eigenen Anlage verwerten, indem er den gesamten erzeugten Strom zum hohen Einspeisetarif ins öffentliche Netz einspeist.