EnviTec Biogas betritt estnischen Markt

Auslieferung von zwei EnviThan-Biogasaufbereitungsanlagen in Estland

Lohne/Saerbeck, 02. Juni 2020 – Premiere in Estland: Mit gleich zwei EnviThan-Gasaufbereitungsanlagen betritt die EnviTec Biogas AG erstmals den estnischen Markt. „Die beiden Projekte in Tartu und Vinni sind für unsere EnviThan-Technologie wichtige Türöffner im Baltikum“, sagt Lars von Lehmden, Geschäftsführer der EnviTec Anlagenbau GmbH & Co. KG. Zwar hat der in Lohne und Saerbeck ansässige Anlagenbauer bereits sieben Biogasanlagen im Nachbarland Lettland errichtet, doch bislang noch keine Gasaufbereitungsanlage.

Beide Gasaufbereitungen werden zu bereits bestehenden Biogasanlagen gebaut. In der etwa sechsmonatigen Konstruktionszeit hatte der Kunde, die AS EG Ehitus, eine Tochter des Gasnetzbetreibers AS Eesti Gaas, die Rohrleitungsarbeiten selbst übernommen. „Wir liefern nun die Rohgaskomponenten mitsamt Reinigung und Gasaufbereitungstechnik, die an unserem Standort Saerbeck maßgeschneidert vorgefertigt und jetzt verschickt werden“, so von Lehmden.

Damit Biogas in ein bestehendes Erdgasnetz eingespeist werden kann, muss es vorab gereinigt und konditioniert werden. Dieser Schritt wird bei beiden Anlagen durch die innovative Biogasaufbereitungstechnologie EnviThan geleistet. Für das umweltfreundliche und äußert kosteneffiziente Verfahren stattet EnviTec Biogas seine Aufbereitungsanlagen mit Membranmodulen von Evonik Fibres aus. „Die Hohlfasermembranen reinigen das in den Biogasanlagen erzeugte Rohbiogas auf mehr als 97 Volumenprozent besonders rein“, erklärt von Lehmden. 

Das Verfahren nutzt die unterschiedlichen Durchtrittsgeschwindigkeiten und Lösungsverhalten von Gasen. So sind Kohlendioxid (CO2) Moleküle kleiner als Methanmoleküle, in Polymeren besser löslich und können daher die Polymermembran schneller durchwandern. Während der überwiegende Teil des CO2 sowie Wasserdampf das molekulare Sieb passieren, sammelt sich das wertvolle Methan an der Hochdruckseite der Membran. Das aufbereitete Biomethan wird dann zur Einspeisestation geleitet und dort, dank des ausreichend hohen Austrittsdrucks, direkt in das Erdgasnetz eingespeist. Damit stünde das Biomethan u.a. für den Verkehrssektor als umweltfreundlicher Treibstoff zur Verfügung.

Die 465 Nm3/h-starke Gasaufbereitungsanlage in Vinni soll dann ab Ende Juni mit Gülle, Mist, Flotaten, Gemüse-, Ernte- und Lebensmittelresten betrieben werden. In Tartu dient der geplanten 425 Nm3-EnviThan-Anlage Biogas aus Gülle, Mist und Ernteresten als Einsatz. Beide Anlagen werden das Biomethan ins vorhandene Erdgasnetz einspeisen.

Die parlamentarische Republik Estland ist mit nur 1,3 Millionen Einwohner der kleinste baltische Staat - ähnlich groß wie das Bundesland Niedersachsen. Estland ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union und EU-weit der Staat mit der geringsten Schuldenlast und bietet daher auch der erneuerbaren Energien-Branche ein positives Investitionsklima.