Bundesumweltministerium bremst Biokraftstoffe aus

Biogas-Unternehmen fordern engagierte Weiterentwicklung der THG-Quote

Vechta/Lohne/Saerbeck, 05. November 2020 
Bis Ende Juni kommenden Jahres muss Deutschland die europäische Erneuerbare Energien-Richtlinie RED II im Bundesrecht umsetzen. Ein Punkt sind die Treibhausgaseinsparungen im deutschen Kraftstoffmix, die mit der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) festgelegt werden. Doch der dafür Ende September vorgelegte Entwurf weist erhebliche Schwächen auf und wird so kaum zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele im Verkehrssektor beitragen. 

„Das BMU bremst das Potenzial von Biokraftstoffen schlichtweg weiter aus, die Klimaziele sind damit in weite Ferne gerückt“, so lautet die einhellige Meinung der beiden Unternehmer Olaf von Lehmden, CEO der EnviTec Biogas AG, und Jens Albartus, Geschäftsführer der WELTEC BIOPOWER GmbH, auf die Vorlage des Entwurfs des Bundesumweltministeriums (BMU) zur künftigen Dekarbonisierung der Antriebsenergie im Verkehr. 

Das Ministerium wolle die THG-Quote für eine halbe Dekade einfrieren und dann um lapidare 1,25 Prozent erhöhen, erklärt von Lehmden: „Das ist eine massive Verfehlung des eigentlichen Zwecks des Gesetzes“. So soll die THG-Quote bis 2025 bei aktuell geltenden 6 Prozent bestehen bleiben und 2026 auf gerade einmal 7,25 Prozent steigen. 

„Wir fordern daher eine engagierte, aber durchaus realistische Weiterentwicklung der THG-Quote bereits ab 2021, damit im Jahr 2030 die für den Klimaschutz notwendigen 20 Prozent Anteil an Erneuerbaren im Verkehr erreicht werden“, erklärt Jens Albartus. „Es reicht nicht aus, dass Deutschland auf dem europäischen Mindestziel von 14 Prozent im Jahr 2030 verharrt und dieses womöglich nicht mal erreicht, wenn man die Erderwärmung und weitere Folgen wirklich stoppen will.“

Insgesamt gewinne man den Eindruck, so die beiden Unternehmenschefs, dass das BMU als alleinigen Heilsbringer die E-Mobilität weiter pusht und alle weiteren Alternativen gezielt ausschlägt. „Dieses Vorgehen steht aus unserer Sicht im diametralen Gegensatz zum Ansatz der Bundesregierung, die durchaus an einer ambitionierten Umsetzung der Quote interessiert ist, was allein die Wasserstoffstrategie zeigt“, so von Lehmden.  Viel wichtiger als eine „Monopolisierung“ der E-Mobilität sei es doch, alle verfügbaren Optionen zu betrachten und eine möglichst breite Strategie zur Umsetzung der Herkulesaufgabe Klimawandel zu wählen und sich nicht von vorneherein zu beschränken. 

Als langjährige Unternehmen der Biogasbranche können sowohl EnviTec als auch WELTEC zuverlässig die Machbarkeit ihrer Forderungen einschätzen. Letztendlich geht es nicht nur um den Klimaschutz, sondern auch um das Fortbestehen einer großen Branche mit rund 47.000 Arbeitsplätzen in Deutschland.

 

 

 

Über die WELTEC BIOPOWER GmbH
Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 hat sich die WELTEC-Unternehmensgruppe aus dem niedersächsischen Vechta zu einem weltweit führenden Spezialisten für den Bau und Betrieb von Biogas- und Biomethananlagen entwickelt. Mit der Konzeption, Planung und Errichtung von Energieanlagen, dem dauerhaften und zeitweisen Anlagenbetrieb, dem 24/7-Service sowie nachhaltigen Nutzungskonzepten für die Outputströme deckt die Gruppe die gesamte Biogas-Wertschöpfungskette ab.
Eine Stärke von WELTEC BIOPOWER ist der Bau individueller, technisch ausgereifter Lösungen bis zu einer Anlagengröße von zehn Megawatt. Ein zentrales Element dabei ist der hohe Anteil selbst entwickelter Komponenten. Der Einsatz von Edelstahl-Technologien sorgt zudem für einen flexiblen Substrateinsatz, eine schnelle Montage mit niedrigem Aufwand und für einen standortunabhängig gleichbleibend hohen Qualitätsstandard. Nach der Inbetriebnahme sichert der mechanische und biologische Service von WELTEC maßgeblich die Wirtschaftlichkeit.
Ebenso viel Erfahrung hat das Unternehmen auf dem Gebiet der Biogaserzeugung und -nutzung. An neun Standorten erzeugen eigene Anlagen jährlich rund 96 Millionen Normkubikmeter Biogas. Der größte Teil wird zu Biomethan aufbereitet und steht über das öffentliche Gasnetz bundesweit Energieversorgern und Tankstellenbetreibern zur Verfügung. Des Weiteren werden damit an insgesamt 16 Standorten Kommunen und Unternehmen, etwa aus dem Garten- und Wohnungsbau sowie dem Gesundheitswesen, dezentral mit Wärme im Rahmen des WELTEC Energiecontractings versorgt. 
Die Nähe zu Kunden und Investoren ist den Biogasspezialisten ein wichtiges Anliegen, daher ist die Gruppe mit ihrem Vertriebs- und Servicenetz weltweit vertreten. Zu den Kunden zählen Firmen aus der Abfall- und Lebensmittelindustrie, der Landwirtschaft sowie der Abwasserbranche. Bis heute hat die WELTEC-Gruppe mit ihren 120 Mitarbeitern über 300 Energieanlagen in 25 Ländern auf 5 Kontinenten realisiert. Damit werden jährlich etwa 485.000 Tonnen CO2äq eingespart.

Kontakt:           
Ann Börries, WELTEC BIOPOWER GmbH, Tel: +49 4441 – 999 78 – 220
E-Mail: presse@weltec-biopower.de

 

Über die EnviTec Biogas AG
Die EnviTec Biogas AG deckt als Biogas-Allrounder die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung und Aufbereitung von Biogas ab. Dazu gehören die Planung und der schlüsselfertige Bau von Biogasanlagen und Biogasaufbereitungsanlagen ebenso wie deren Inbetriebnahme. Das Unternehmen übernimmt bei Bedarf den biologischen und technischen Service und bietet das gesamte Anlagenmanagement sowie die Betriebsführung an. EnviTec betreibt 76 eigene Anlagen und ist damit einer der größten Biogasproduzenten Deutschlands. Die Geschäftstätigkeit umfasst zudem die direkte Vermarktung von aufbereitetem Biomethan sowie die Strom- und Regelenergievermarktung. Das Unternehmen ist weltweit in 16 Ländern mit eigenen Gesellschaften, Vertriebsbüros, strategischen Kooperationen und Joint Ventures vertreten. Im Jahr 2019 erzielte die EnviTec-Gruppe einen Umsatz von 213,6 Mio. Euro und ein EBT von 10,3 Mio. Euro. Insgesamt beschäftigt die Gruppe derzeit 433 Mitarbeiter. Seit Juli 2007 ist die EnviTec Biogas AG an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Kontakt:
Katrin Hackfort, EnviTec Biogas AG, Tel: +49 25 74 88 88 – 810
E-Mail: k.hackfort@envitec-biogas.de