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Fraunhofer Studie belegt: Biomethan weist beste Treibhausgas- und Kostenbilanz auf

Biomethan hat Potenzial, wichtigen Beitrag zur Klimawende zu leisten

Lohne/Saerbeck, 11. September 2019 – Die Fakten liegen auf der Hand: Biomethan, das regional und nachhaltig über die gesamte Wertschöpfungskette produziert wird, kann und muss einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Biomethan ist bereits in signifikanten Mengen vorhanden und könnte eigentlich sofort zur CO2-Reduktion im Verkehrssektor beitragen. „Die einseitige Fokussierung der Politik und Industrie auf Elektroantriebe ist aus unserer Sicht der falsche Ansatz“, sagt Olaf von Lehmden, CEO der EnviTec Biogas AG, anlässlich der heutigen Veröffentlichung der Studie „Klimabilanz, Kosten und Potenziale verschiedener Antriebssysteme für Pkw und Lkw“.

Die vom Fraunhofer-Institut für System und Innovationsforschung (ISI), der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien - IREES GmbH herausgegebene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass Biomethan nicht nur einen Beitrag für die Erreichung der deutschen Klimaschutzziele leisten kann, sondern vielmehr auch die Schadstoffemissionen senkt. Das Forschungsteam rund um Prof. Dr. Martin Wietschel, Projektleiter am Fraunhofer ISI, hat hierzu untersucht, welche Alternativen zum herkömmlichen Verbrennungsmotor in Deutschland für Pkw und Lkw zur Verfügung stehen. In ihrer Studie verglichen die Wissenschaftler dazu bei den Pkw Hybrid-Diesel mit Anteilen an Biokraftstoff, Batteriefahrzeuge, Erdgasfahrzeuge sowie Fahrzeuge mit Bio- und synthetischem Methan. Bei den Lkw wurden dieselbetriebene Fahrzeuge mit drei Gas-Lkw (fossiles Erdgas, Biomethan, synthetisches Methan) miteinander in Relation gesetzt. Außerdem wurden alle Phasen der Fahrzeuge von der Herstellung über die Nutzungsphase bis zur Verwertung (Well-to-Wheel-Betrachtung) bilanziert.

Das Ergebnis der Studie ist deutlich: „Biomethan weist schlichtweg die beste Treibhausgasbilanz auf. Doch damit nicht genug - für den Einsatz von Biomethan im Mobilitätssektor ergeben sich sogar negative Treibhausgasminderungspotenziale, sofern Gutschriften bei der Erzeugung von Biomethan aus Gülle oder Festmist gemäß der europäischen Gesetzgebung (RED II) berücksichtigt werden“, so Janet Hochi, Geschäftsführerin des Biogasrat e.V., Auftraggeber der Studie.

Von den Kosten hergesehen, seien die Biomethanpfade bei Pkw gegenüber dem fossilen Kraftstoff Diesel heute und 2030 nur etwas teurer. Gegenüber den anderen erneuerbaren Antrieben inklusive der E-mobilität lägen die Kosten für biomethanbetriebene Fahrzeuge in der Gesamtlebensbetrachtung am niedrigsten. Bei Lkw hätten die Kraftstoffkosten einen deutlich höheren Einfluss als bei Pkw. Deshalb, so die Studie, wiesen schwere Lkw betrieben mit flüssigem Erdgas (LNG) aus Biomethan deutlich höhere Kosten als fossile Diesel- und fossile LNG-Lkw auf. Biomethan-Lkw seien aber heute und auch in der Strategie, signifikant günstiger als alle anderen erneuerbaren Antriebsarten für Lkw. Langfristig hätten nur Elektrofahrzeuge das Potenzial, an die Kosteneffizienz von Biomethan heran zu kommen. Ein weiteres Plus, das aus der Studie resultiert: „Würden die heute zur Verfügung stehenden Biomethanmengen und die erschließbaren Biomethanpotenziale für eine nachhaltige Mobilität genutzt, so könnten damit bis zu 18 Millionen Mittelklasse-Pkw – das sind mehr als ein Drittel des derzeitigen PKW-Bestandes - betrieben werden“, so von Lehmden.  

 

Heilsbringer E-Mobilität kontrovers betrachten

„Das Ergebnis der Untersuchung bestätigt uns in unserer Strategie, Biomethan weiterhin im Markt voranzutreiben und uns in der Politik mehr Gehör zu verschaffen“, so von Lehmden. Und weiter: „Wenn die Politik Biomethan als umweltschonendste und kostengünstigste Lösung im Verkehrssektor unterstützt, wird gleichzeitig auch das erhebliche Know-how der deutschen Automobilwirtschaft im Verbrennungsmotorbereich gestärkt – so blieben Arbeitsplätze erhalten.“ Als Innovationstreiber habe EnviTec bereits vor zwei Jahren mit dem Geschäftsmodell „Drive Biogas“ die Weichen gestellt, um die Nutzung von Biomethan als Kraftstoff im Verkehrssektor weiter zu pushen. Genutzt werden kann Bio-CNG (compressed natural gas) von diversen Erdgasfahrzeugen, die bereits heute serienreif auf dem Markt erhältlich sind. Diese weisen wesentlich geringere Abgasemissionen auf und sind durch die verringerte Kraftfahrzeugsteuer und reduzierte Kraftstoffkosten wirtschaftlicher zu fahren. „Unser Modell soll dazu beitragen, die zurzeit noch lückenhafte Infrastruktur an CNG-Tankstellen in Deutschland zu verbessern“, so der Vorstandsvorsitzende.

Die Vorteile von Bio-CNG aus organischen Stoffen wie z.B. Gülle, Stroh bzw. Bioabfällen als nahezu CO2-neutralem Treibstoff seien dabei nicht nur von der aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts bestätigt worden. Auch der ADAC nennt in seiner im August erschienenen Untersuchung den CNG-Antrieb als „grünste“ Antriebsart gemessen am gesamten Lebens- und Herstellungszyklus. Beide Studien benennen die fehlende 100-prozentige und auf lange Sicht kaum erreichbare Stromversorgung aus Erneuerbaren als Grund für das schlechtere Abschneiden der E-Mobilität. „Zudem wird im öffentlichen Diskurs zu wenig auf die Batteriezellenherstellung und den Abbau seltener Erden in Drittweltländern eingegangen“, sagt auch EnviTec-Vorstandskollege Jörg Fischer, „der Heilsbringer E-Mobilität ist also durchaus kontrovers zu betrachten“.

Fischer bemängelt gleichzeitig den politischen Willen, das ausreichend vorhandene Mengenpotenzial von Biomethan für die Erreichung der Klimaziele zu nutzen: „Mit den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen für Biomethan im Bereich der Stromerzeugung, Wärme und Kraftstoff ist ein weiterer Ausbau unwahrscheinlich“, so Fischer mit Blick auf das am 20. September tagende Klimakabinett, „hier gilt es zu handeln und die richtigen Weichen pro Biomethan zu stellen“.

 

Weitere Informationen zu den Studienergebnissen unter:

https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/cce/2019/klimabilanz-kosten-potenziale-antriebe-pkw-lkw.pdf

https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/alternative-antriebe/co2-treibhausgasbilanz-studie/

Über die EnviTec Biogas AG

Die EnviTec Biogas AG deckt als Biogas-Allrounder die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung und Aufbereitung von Biogas ab. Dazu gehören die Planung und der schlüsselfertige Bau von Biogasanlagen und Biogasaufbereitungsanlagen ebenso wie deren Inbetriebnahme. Das Unternehmen übernimmt bei Bedarf den biologischen und technischen Service und bietet das gesamte Anlagenmanagement sowie die Betriebsführung an. EnviTec betreibt 74 eigene Anlagen und ist damit einer der größten Biogasproduzenten Deutschlands. Die Geschäftstätigkeit umfasst zudem die direkte Vermarktung von aufbereitetem Biomethan sowie die Strom- und Regelenergievermarktung. Das Unternehmen ist weltweit in 16 Ländern mit eigenen Gesellschaften, Vertriebsbüros, strategischen Kooperationen und Joint Ventures vertreten. Im Jahr 2018 erzielte die EnviTec-Gruppe einen Umsatz von 186,8 Mio. Euro und ein EBIT von 10,1 Mio. Euro. Insgesamt beschäftigt die Gruppe derzeit gut 430 Mitarbeiter. Seit Juli 2007 ist die EnviTec Biogas AG an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Kontakt:
Katrin Hackfort
EnviTec Biogas AG
Tel: +49 25 74 88 88 - 810
E-Mail: k.hackfort@envitec-biogas.de

Ihr Kontakt

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Abteilungsleiterin Unternehmenskommunikation
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