Langfristige Absicherung durch erfolgreichen Eigenbetrieb von Anlagen
Die EnviTec Biogas AG konnte bei der jüngsten Biomasseausschreibung der Bundesnetzagentur für EEG-Biogasanlagen wie erwartet überzeugen. Mit einem Zuschlag für Anlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von rund 16 MW zählt der niedersächsische Anlagenbauer zu den erfolgreichen Teilnehmern der aktuellen Ausschreibungsrunde. „Dadurch stellen wir einen Teil unseres Anlagenportfolios auf eine neue langfristig planbare Grundlage“, sagt EnviTec-CEO Olaf von Lehmden. „Gleichzeitig setzen wir den Weg fort, für unsere Anlagen Schritt für Schritt Wertschöpfung außerhalb des geförderten EEG-Rahmens zu erschließen.“
Die Bundesnetzagentur führt regelmäßig öffentliche Ausschreibungen für Erneuerbare-Energien-Anlagen durch. Ziel ist es, die Förderhöhen wettbewerblich zu ermitteln und zugleich eine bedarfsgerechte Biogaskapazität im Stromsystem zu erhalten. Die Teilnahme ist für Betreiber eine strategische Option, um ausgewählte Anlagen über die bisherige Förderdauer hinaus auf einer gesicherten Vergütungsbasis weiterzubetreiben. „Dieses Ergebnis ist ein schöner Erfolg für unser Unternehmen und bestätigt die hohe Qualität unserer Projektentwicklung sowie die ausgezeichnete Arbeit unserer Teams“, sagt CFO Jörg Fischer.
Komplexes Verfahren erfolgreich gemeistert
Dem Ausschreibungserfolg ging eine intensive Vorbereitungsphase voraus. Innerhalb des Unternehmens wurde zunächst für jede Anlage ein konkretes technisches Umsetzungskonzept entwickelt. Anschließend erfolgten die mengenmäßige und preisliche Kalkulation sowie die eigentliche Ausschreibung. Dabei müssen unter anderem Eintragungen im Marktstammdatenregister geprüft, Leistungsumfänge und Gebotspreise festgelegt sowie die Antragsunterlagen erstellt und fristgerecht eingereicht werden. Allein für die Ausschreibungsrunde mit Fristende am 1. April wurden mehr als 30 Einzelgebote vorbereitet. Da Anlagen spätestens 3,5 Jahre nach Zuschlagserteilung umgesetzt sein müssen, wurden ausschließlich Anlagen berücksichtigt, deren bisherige EEG-Förderung spätestens zum 31. Dezember 2029 ausläuft.
EnviTec Biogas betreibt derzeit 35,9 MW elektrische Motorenleistung im EEG-Bereich der Verstromung, an denen das Unternehmen mehrheitlich beteiligt ist. Für die Ausschreibung wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von 19,6 MW elektrischer Leistung angemeldet. Das Ergebnis: 82 Prozent dieser Leistung erhielten einen Zuschlag zum Weiterbetrieb. Lediglich sieben Anlagen mit einer Gesamtleistung von 4,7 MW erhielten bislang keinen Zuschlag. Auch bei Beteiligungsgesellschaften, an denen EnviTec mit 50 Prozent oder weniger beteiligt ist, zeigt sich ein vergleichbar positives Ergebnis.
Langfristige Perspektiven für Bestandsanlagen
„Mit den Zuschlägen führen wir einen Teil unseres Anlagenportfolios in einen neuen, langfristig gesicherten Vergütungsrahmen über und schaffen so eine verlässliche Grundlage für die kommenden Jahre", resümiert Olaf von Lehmden. Voraussetzung dafür sind gezielte Investitionen in die Anlagen. Der Umbau und fortgesetzte Betrieb sorgt zugleich für eine auskömmliche Auslastung im Servicebereich. „Dieses Fundament gibt uns den Rückhalt, für unsere Anlagen gezielt neue Einsatzfelder jenseits der EEG-Förderung zu entwickeln, etwa in der Wärmeversorgung und im Verkehrssektor. Um in diesen Bereichen dauerhaft erfolgreich zu arbeiten, braucht es allerdings verlässliche Rahmenbedingungen, vor allem in Deutschland", so von Lehmden abschließend.