20 JAHRE EnviTec Biogas - Meilensteine unserer Unternehmensgeschichte

Wir feiern 7300 Tage EnviTec Biogas und lassen Sie teilhaben an den Meilensteinen unseres innovativen Teams: Von der Geburtsstunde des EEG zur ersten Auslandsreise, über all die kleinen und großen Herausforderungen, die es in den letzten zwanzig Jahren zu meistern galt! Danken möchten wir unseren Kundinnen und Kunden, die diesen Erfolg möglich machen – Tag für Tag! Danke, für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit! Besonders stolz sind wir jedoch auf unsere weltweite EnviTec-Familie – Ihr seid spitze und bildet das Fundament unseres Erfolgs!

2002

Nur zwei Jahre nach dem ersten EEG fällt der Startschuss für EnviTec Biogas. Olaf von Lehmden, Kunibert Ruhe und Tobias Schulz gründen mit insgesamt 17 Mitarbeitenden die EnviTec Biogas GmbH. Die im EEG schrittweise seit 2000 festgeschriebenen Vergütungen für die Einspeisung von Biostrom ins kommunale Netz ebnen dem grünen Multitalent Biogas den Weg. Biogas wird zur attraktiven Einnahmequelle, die unternehmerische Erfolgsgeschichte der EnviTec Biogas beginnt.


Mayonnaise als Input? Keine gute Idee. Ein erster Betreiberkunde setzt neben Gülle und Reststoffen aus Gärtnereien auf die kalte Sauce, die jedoch schnell zu einer erhöhten Schwefelwasserstoffproduktion führt. Not macht bekanntlich erfinderisch, daher mischt unser junges Team kurzerhand Eisenchlorid in den Prozess und siehe da, die Messdaten normalisieren sich! Schöner Nebeneffekt: durch die intensive Auseinandersetzung mit dem gesamten Prozess haben wir ein Allheilmittel zur externen Entschwefelung gefunden, das wir noch heute erfolgreich anwenden!

2003

Geruchsbelästigung? Fehlanzeige! Dessen überzeugen sich zahlreiche künftige Biogasanlagenbetreiber, nachdem wir in einer ersten 836 kW-starken Anlage eine Anmischtechnik für Feststoffe samt erforderlichen Schubboden entwickelt hatten. Folgerichtig realisieren wir dann auch sogleich die erste Biogasanlage über 1 MW - damit haben wir im Wettbewerb die Nase vorn und sammeln wertvolle Erfahrungen für spätere Großprojekte – Stichwort Güstrow.


Nur wenn eine Anlage tadellos läuft, optimiert sie die gesamte Wertschöpfungskette im landwirtschaftlichen Betrieb. Deshalb haben wir schon früh unser Serviceangebot aufgebaut. Sämtliche ausfallrelevanten Teile sind bis heute stets vorhanden, längere Ausfallzeiten passé. Aktuell betreuen wir Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von knapp 150 MW im biologischen Service und 422 MW im technischen Service.

2004

Das neue EEG kommt und mit ihm der NawaRo-Bonus. Da niemand so genau wusste, wie dieser ausfällt, gewährten wir unseren Kunden ein Vertragsrücktrittsrecht, sollte der Bonus geringer ausfallen als 4 Cent. Der Vorteil für die Kunden lag auf der Hand: EnviTec konnte die Zeit bis zum Inkrafttreten des EEG nutzen und bereits in die Planungs- und Genehmigungsphase der Projekte einsteigen. Als der erhoffte Bonus dann endlich kam, konnte direkt mit dem Anlagenbau gestartet werden! Heute kümmert sich das „von Lehmden Planungsbüro“ um die gesamte Genehmigungsplanung und unterstützt unsere Kunden auch bei vielen weiteren genehmigungspflichtigen Anträgen.


Groß, größer, Anklam: Mit dem damals größten Bioenergiepark Europas haben wir nach nur zwei Jahren im Markt ein echtes Leuchtturmprojekt im Portfolio. Mit im Schlepptau jede Menge neue Kolleginnen und Kollegen und einen Baustart, der es in sich hat: Schnee im April und der Einsatz der Denkmalschutzbehörde, die den gesamten Mutterboden auf Funde aus der Bronzezeit kontrolliert. Heute produziert die 2,7-MW-starke EnviTec-Eigenbetriebsanlage in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr jeweils etwa 23 Mio. kWh Strom und Wärme.

2005

Insel-Premiere: Mit dem Baustart der ersten Biogasanlage auf der Nordseeinsel Pellworm betraten wir und unser Kunde, ein Zusammenschluss aus Pellwormer Landwirten, Neuland. Denn das Außergewöhnlichste an diesem Projekt war die herausfordernde Logistik. Die Fähre hatte bei den geladenen Beton- und Materialmengen nicht nur einmal Berührung mit dem Meeresgrund. Entschädigt wurden wir allesamt dann aber mit der einfachen Lieferung von Füllsand direkt aus dem Wattenmeer.


Der erste Vertrag zur Betriebsführung mit Bonus-Malus-Regelung in EnviTecs 20-jähriger Unternehmensgeschichte wurde mit einem Betreiber aus Mecklenburg-Vorpommern abgeschlossen. Er besaß eine Anlage mit 500 kW. Der ehrgeizige Geschäftsmann bot EnviTec damals einen Bonus an, wenn die Leistung der Anlage mindestens 92 Prozent betrug. Blieb die Anlagenauslastung darunter, hätten wir einen Ausgleichsbetrag zahlen müssen. Er hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass er innerhalb von nur zwei Jahren mehrere Tausend Euro Bonus an uns zahlen musste. Allerdings war er ein fairer Verlierer und trug seine Zahlung mit einem anerkennenden Schmunzeln und viel Fassung.

2006

Nach „Groß, größer, Anklam“ bescherte uns die NawaRo Bioenergie AG den Bau-Auftrag zum seinerzeit weltgrößten Biogaspark mit einer elektrischen Gesamtleistung von 20 MW aufgeteilt in 40 standardisierte 500 kW-Anlagen. Das 20 Fußballfelder große Areal in Penkun, Mecklenburg-Vorpommern, beherbergte während der Bauzeit rund 200 Handwerker aus 30 Firmen, die wir allesamt koordinierten.


2006 hieß es Koffer packen und auf in die Niederlande! Mit unserer ersten Anlage außerhalb Deutschlands leisteten wir geographische Pionierarbeit. Inzwischen sind wir weltweit in 16 Ländern mit eigenen Gesellschaften, Vertriebsbüros, strategischen Kooperationen und Joint Ventures vertreten.

2007

„Deutsche Börse welcomes EnviTec Biogas“: Am 12. Juli versammelte sich die EnviTec-Delegation vor der Frankfurter Börse. Ein geschichtsträchtiger Tag. Dann kurzes Posieren für die wartenden Fotografen und Kameraleute und rauf aufs Börsenparkett! Die EnviTec-Delegation blickte an diesem Morgen gespannt auf die große Tafel im Saal, auf der bereits nach wenigen Minuten unter dem Börsenkürzel „ETG“ der erste Aktienkurs der EnviTec Biogas AG angezeigt wurde. Bis heute unterstützen uns unsere treuen Aktionärinnen und Aktionäre. Vielen Dank für das Vertrauen in unsere Innovationskraft!


Forschung und Entwicklung in der Praxis? Bei EnviTec ermöglicht das seit 2007 der Eigenbetrieb. Denn neben dem Bau und der Wartung von Biogasanlagen für unsere Kunden betreiben wir auch eigene Biogasanlagen – in Deutschland sind es inzwischen 67 Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 65,6 MW und im Ausland neun Anlagen mit 10,7 MW. Die Erfolgsgeschichte Eigenbetrieb, die mit 1,8 MW startete, wird stetig weitergeschrieben! 

2008

Aller guten Dinge sind drei! Nach den Großprojekten Anklam und Penkun gesellte sich 2008 ein weiterer Projektgigant in unsere gut gefüllten Auftragsbücher: Güstrow. Hier entstand die weltweit größte Anlage zur Biogasaufbereitung in Erdgasqualität. Der BioEnergie Park bestand nach seiner Fertigstellung aus sechs Modulen mit 1.667 Kubikmeter, was einer Leistung von umgerechnet je 3,5 MW entsprach. Mit unserem Ankauf ist Güstrow heute Teil der Eigenbetriebsanlagen der EnviTec. Die deutschlandweit bislang größte Biogasanlage wird nach einem umfassenden Umbau ab Frühjahr 2023 signifikante Mengen aufbereitetes Bio-LNG für einen grüneren Schwerlastverkehr zur Verfügung stellen.


Der Rekordauftragsbestand sorgte 2008 für das EnviTec-Team vor allem für eines: Koffer packen! So realisierten die Kolleginnen und Kollegen eine erste Anlage in Tschechien. Als erstes Unternehmen setzte EnviTec hier den Organic Rankine Cycle Process – kurz ORC – ein, der Abwärme in Strom umwandelt und so den Energieertrag um weitere 15 Prozent erhöht. Von der abfallenden Wärme profitieren bis heute ein Kindergarten und eine Schule, die per Fernwärmeleitung aus der 500 kW-Anlage im tschechischen Lipa versorgt werden.  

2009

Zur „Maschine des Jahres“ kürt eine internationale Jury der dlv-Technikredakteure alle zwei Jahre die besten Landtechnik-Innovationen und siehe da, „EnviTec Feedcontrol“ wurde ausgezeichnet! Die ausgeklügelte Sensor- und Steuerungstechnik passt Fütterungsintervalle variabel der erforderlichen Biogasmenge an. Die Leistungsregelung steuert dabei die Fütterung so, dass die höchste Leistungsstufe des BHKW dauerhaft erreicht werden kann. So können Anlagenbetreiber dauerhaft ihr BHKW auf Höchstleistung fahren und gleichzeitig die benötigte Anbaufläche um bis zu zehn Prozent verringern.


Und EnviTec wächst weiter: in Belgien haben wir bis 2009 bereits sieben Biogasanlagen mit einer elektrischen Anschlussleistung von insgesamt 12,6 MW errichtet, darunter eine Industrie Biogasanlage in unmittelbarer Nähe zur L‘Oreal Produktionsstätte in Libramont. Die Biogasanlage liefert Wärme vollständig an L‘Oreal – überschüssige Energie für ca. 4000 Haushalte wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Auch in Italien punktet EnviTec mit seiner Anlagentechnik: nur vier Jahre nach Markteintritt hat es EnviTec geschafft, unter die ersten fünf Anbieter in Italien voranzurücken! Che successo!

2010

Das neue Jahrzehnt beginnt mit einem Abschied und einem Anfang: Mit dem Weggang von Mitbegründer Kunibert Ruhe zieht mit Jürgen Tenbrink ein Diplom-Ingenieur auf den CTO-Posten. Gleichzeitig überspringt EnviTec bei der insgesamt installierten elektrischen Leistung die Marke von 200 Megawatt, das gibt Rückenwind!

 

„From Waste to Energy“ ist vor allem für unsere Kunden aus der Lebensmittelindustrie ein wichtiges Thema. Organische Reststoffe eignen sich hervorragend als Substrate für die Biogasproduktion. Damit verringert sich nicht nur das Aufkommen an Abfällen, das Verfahren senkt zudem die gesamten Produktionskosten und schont die Umwelt. Die erste EnviTec-Anlage, die zu 100 Prozent mit Nahrungsmittelresten betrieben wird, beauftragt der Kunde Premier Foods in Wales. Die 2010 errichtete Anlage lieferte etwa zehn Prozent des Stroms, der für die Nahrungsmittelproduktion in der Fabrik genutzt wurde.

2011

Willkommen im Boomjahr! 2011 ist für uns das bislang umsatzstärkste Jahr unserer Unternehmensgeschichte. Und es passiert noch mehr: Der Energiemarkt ist kräftig im Umbruch und wir mischen von Anfang an mit unserem neuen Geschäftsbereich Energy mit. Vor allem unseren Kunden öffnen wir die Türen für neue Möglichkeiten in der Energie-Vermarktung, planen und realisieren dabei maßgeschneiderte Erzeugungskonzepte und übernehmen für Kunden das gesamte Betriebsrisiko inklusive Finanzierung. Erstmals bieten wir damit die gesamte Kette vom „Halm zum Heizkörper“ an – ein Geschäftsmodell, das im Folgejahr von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) als „Biogasprodukt des Jahres 2012“ ausgezeichnet wird.


Hoch, höher, HighGester – der neue Fermentertyp aus EnviTecs Innovationslabor sieht nicht nur glänzend aus, sondern verbessert auch den Produktionsprozess von Biogas. Klingt soweit einfach, ist es aber nicht. Die seit Jahrzehnten bekannten Komponenten Fertigteilbehälter und Flexodach wurden entsprechend dem Anspruch an die Fermentation angepasst und stetig weiterentwickelt. Krönenden Abschluss bildet der HighGester, der sich durch eine dreimal höhere Raumbelastung und einen extrem stabilen Prozess auszeichnet. Doch nicht nur in der Fermentation ist das EnviTec-Team besonders innovativ: 2011 wird auch das EnviTec-eigene Verfahren Feedcontrol erneut ausgezeichnet – und zwar mit dem Innovationspreis Münsterland! Chapeau! 

2012

Wegweisende Technologie für die nächste Dekade: Mit EnviThan starten wir in die Gasaufbereitung 2.0 – die modernen Hohlfasermembranen von Evonik Industries reinigen das in Biogasanlagen erzeugte Rohbiogas besonders effizient. Als hochreines Biomethan kann es direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden. Was gut für die Umwelt ist, zahlt sich auch für Anlagenbetreiber aus: sie profitieren vom damals neu novellierten EEG für aufbereitetes Biogas. Die Innovation kommt jedenfalls im Markt an: seit Realisierung unserer EnviThan-Pilotanlage in Sachsendorf 2012 haben wir insgesamt 60 EnviThan-Anlagen weltweit  realisiert und direkt im Startjahr den Biogas Innovationspreis der deutschen Landwirtschaft gewonnen!


Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum knacken wir bei der insgesamt ans Stromnetz angeschlossenen elektrischen Leistung die Marke von 300 MW – noch dazu betreten wir erstmals den US-amerikanischen Markt. Mit unserer Expertise überzeugen wir im Bundesstaat New York Donald Jensen, Eigentümer der Lawnhurst Farm. Die 541 kW starke Biogasanlage läuft auch heute noch und verwertet in erster Linie die anfallenden Futterreste, Milchkuhgülle und Fette aus dem landwirtschaftlichen Betrieb. 

Sie haben es bis hierhin geschafft? Chapeau!

Die nächsten Meilensteine von 2013 bis 2022 folgen in Kürze.